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Ein Land ohne Karte

Die Kurden sind Bewohner von Kurdistan, dem Gebergen Grenzgebiet zwischen Türkei, Irak, Iran, Syrien und der GUS, insgesamt rund 35 Millionen Einwohner.
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Diyap Agha from Dersim Province in Kurdistan with Ataturk. Ataturk needs still Kurds

Die Landkarte Kurdistans zu beschreiben, gar Grenzen festzulegen, bedeutet ein äußerst schwieriges Unterfangen, dessen Ergebnis nicht nur umstritten sein wird, sondern vielmehr, zieht man die verschiedensten Interessen in dieser Frage zu Rate, jeweils eindeutig bestritten wird. Keine politische Karte des Gebietes zwischen Mittelmeer und Kaspischem Meer, zwischen Schwarzem Meer und dem Persischen Golf verzeichnet eine territoriale Einheit "Kurdistan".

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Sheik Said The Leader of the Kurdish upprising in 1925 in Diyar Bekr.

Vor allem drei Positionen kristallisieren sich heraus. Nimmt man die offiziellen Haltungen der Türkei, Irans, Iraks und Syriens, die sich zwar in Detailfragen hinsichtlich kurdischer Nationalität und autonomer Rechte unterscheiden, aber so sind diese Staaten sich in einem Punkt vollkommen einig: Die Rechtmäßigkeit eines souveränen Staates Kurdistan existiert nicht.

Interpretiert man in dieser Frage die Position kurdischer Nationalisten, die von einem historisch gewachsenen Siedlungsraum ausgehen. So ergibt sich dagegen ein riesiges Territorium, das im Südosten an dem Persischen Golf stößt, im Osten auf dem Gebiet des Iran sich über Hamadan und den Rezaiyeh See fortsetzt. Armenisches Gebiet in der UdSSR einschließt und im Norden sogar Tiflis (Tiblissi) erreicht. Von dort westlich auf dem Gebiet der Türkei parallel zur Schwarzmeerküste führt bis auf weniger als 400 Kilometer an die türkische Hauptstadt Ankara heran und in der südwestlichen Ausdehnung das Mittelmeer erreicht. Die Südwestgrenze streift Syrien, läuft über Mosul im Irak und zieht sich, wenige hundert Kilometer von Bagdad entfernt, wiederum bis zum Golf. Ein Territorium, das in der Form mit Italien vergleichbar, doch mehrfach so groß wie dieses ist.

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Ghazi Muhammed, the president of the Kurdish Republic Mahabad in 1946, Eastern Kurdistan, murded by iranian army.

Die dritte Möglichkeit, die gegenwärtige Landkarte Kurdistans zu beschreiben, geht von dem Gebiet aus, in dem die Kurden zweifellos die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung seit frühester Zeit bilden und deshalb zum realistischen Ansatz einer entsprechenden Darstellung genommen werden kann. Demnach liegt Kurdistan zwischen dem 34. und 40. Grad nördlicher Breite und dem 38. und 48. Grad östlicher Länge. Von Osten nach Westen erstreckt es sich über mehr als 2 000 Kilometer, während Nord, Süd Ausdehnung zwischen 300 und 500 Kilometern schwankt.

Dieses Gebiet beginnt im Westen auf dem Territorium der Türkei etwa bei Iskanderun und den Ketten des Antitaurus, wird nördlich durch den über 5 000 Meter hohen Ararat begrenzt, reicht auf iranischem Gebiet bis zu den südlichen Ausläufern des Zagros Gebirges, folgt östlich der Zagros Gebirgskette bogenförmig im Irak bis zur Stadt Mosul und tangiert in Syrien die syrisch-türkische Grenze. Ein Territorium von mehr als 530 000 Quadratkilometern, größer als sechs lateinamerikanische Staaten zusammengenommen (Guatemala, Honduras, Kuba, Nicaragua, EI Salvador und Jamaika) und zweimal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland!

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The Kurdish politician, leader Dr. Abdurrehman Qasimlu from Eastern Kurdistan, killed by the Islamic Republic of Iran's agents during negotiations by the same regime's reperesentetives.

Doch eben auch ein Territorium, das allein 30% der Türkei einnimmt und 125 000 Quadratkilometer iranischen beziehungsweise etwa 70 000 irakischen Staatsgebietes, die durch arabische Siedlungsgebiete unterbrochener Hoheitsgebiete der Kurden in Syrien. Und die kaum nennenswerte Ausdehnung auf dem Gebiet der UdSSR nicht hinzugerechnet wird.

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Barzani(Vater Von Masud Barzani,heutige Präsident vom kurdistan) mit Saddam Hussein 1970.
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Kurdish leader Mesud Barzani and the former Turkish president Turgut Ozal (originaly Kurd) who had private ambitions to help to solve the Kurdish question in a peaceful way, but Ozal "died" under unclear circumstances.

Allein diese nüchternen Zahlen und die Veranschaulichung der Tatsache, dass vier Staaten Türkei, Iran, Irak und zum Teil auch Syrien sich kollektiv in dieses kurdische Territorium geteilt haben und ebenso einig sind in der Ablehnung und Bekämpfung eines kurdischen Nationalstaates, gleich auf wessen Gebiet dieser vier Mächte, belegen das sogenannte "kurdische Problem". Stünde jedoch dieser unrühmlichen Allianz ein einiges, nicht in Stammesinteressen oder parteipolitisch dutzendfach gespaltenes nationales kurdisches Interesse gegenüber, würde dies unbezwingbar sein.

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Jalal Talabani (heutige Präsident des Irakes mit PKK-Chef Abdulla Ocalan).

So aber lodern seit Jahrzehnten lokale Erhebungen auf, und immer wieder benutzen die Nachbarmächte den "kurdischen Traum von einer Nation" als Spielball ihrer Interessen. Wie schwierig dieses Problem zu lösen ist, wissen die Kurden seit Jahrhunderten am besten; wie notwendig es gelöst werden müsste nicht zuletzt für den Frieden dieser ganzen Region zeigt ein einziger Blick auf die Landkarte.

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